Zittrige Märkte, zittrige Anleger – gehören Sie auch dazu?
Was Kursschwankungen wirklich bedeuten
In diesem Beitrag geht es um ein Thema, das zur Börse einfach immer dazu gehört: Kursschwankungen.
Wer schon lange an der Börse investiert ist, kennt sowohl das Auf als auch das Ab der Aktienkurse, wobei letzteres mal von längerer, meist aber kürzerer Dauer ist.
Als Trendfolge-Anleger interessiert mich hingegen die langfristige Entwicklung von Aktienkursen. Börseneinsteiger erwarten jedoch häufig, dass der Kurs ihrer Aktien pausenlos steigt. Eine solche Entwicklung ist jedoch sehr unwahrscheinlich, da unterschiedliche Effekte auf die Kurse wirken.
Welche Effekte sind das und warum folgt auf einen Rücksetzer bei Trendfolge-Aktien sehr oft ein neues Allzeithoch? Schauen wir uns das einmal genauer an.

Was tun, wenn die Kurse schwanken?
Wenn Sie regelmäßig die Kurse Ihres Depots betrachten, werden Sie feststellen, dass diese in der Regel Schwankungen unterliegen. Das ist ganz normal. Damit Ihnen diese vorübergehenden Schwankungen keine grauen Haare bescheren, ist es wichtig, die Gründe zu verstehen.
Kurse können etwas stärker schwanken, weil beispielsweise eine Pandemie ausgebrochen ist, geopolitische Spannungen vorherrschen oder nach Wahlen nicht direkt Klarheit herrscht.
Doch warum kommt es auch in politisch und wirtschaftlich stabilen Phasen zu Kursschwankungen?
Ein Blick auf die Marktteilnehmer hilft hier weiter. Dazu gehören private Anleger, Unternehmen, Staaten und Fondsgesellschaften.
Käufe und Verkäufe durch Privatanleger beeinflussen die Märkte eher nicht. Das liegt am überschaubaren Volumen der meisten privaten Anleger. Wenn jedoch ein großer Fonds eine Position kauft oder abstößt, kann das die Kurse sichtbar beeinflussen.
Wer kann Kurse wirklich bewegen?
Ein Beispiel ist der norwegische Staatsfonds, der mit einem Anlagevolumen von über zwei Billionen US-Dollar als größter Staatsfonds der Welt gilt. Er speist sich aus den Einnahmen der staatlichen Öl- und Gaskonzerne des Landes und ist an fast 9.000 Unternehmen weltweit beteiligt. Der norwegische Staatsfonds soll auch für zukünftige Generationen den großzügigen Sozialstaat des Landes finanzieren.
Ein weiteres Beispiel ist die berühmte Investmentholding Berkshire Hathaway von Warren Buffett. Schauen wir uns hier den Verkauf von Aktien der Investmentbank „Bank of America“ aus dem Jahr 2024 einmal genauer an. Das Volumen betrug rund 760 Millionen US-Dollar. Zum Zeitpunkt des Verkaufs im Spätsommer 2024 zeigte der Aktienkurs der „Bank of America“ daher eine deutliche Talfahrt.
Wichtig ist, dass Sie sich folgendes immer vor Augen führen, wenn es mit den Kursen etwas runter geht: Gerade in Phasen rückläufiger Kurse ist es entscheidend, den Blick für das Wesentliche zu bewahren. Ich investiere grundsätzlich in fundamental starke Trendfolge-Unternehmen, die heute in ihren Märkten führend sind und strukturelle Entwicklungen nicht nur begleiten, sondern maßgeblich vorantreiben.
Diese Unternehmen stehen nicht allein für die aktuelle Ertragskraft, sondern vor allem für ihre Fähigkeit, auch in Zukunft zu wachsen, Innovationen zu setzen und neue Marktchancen zu erschließen. Kurzfristige Schwankungen ändern nichts an ihrer strategischen Ausrichtung, ihrer Wettbewerbsstärke und ihrem langfristigen Potenzial.
Mein Investmentansatz zielt bewusst auf diese Zukunftsfähigkeit – auf Geschäftsmodelle, die nachhaltig Mehrwert schaffen und von den großen Trends der kommenden Jahre und Jahrzehnte profitieren.
Kursschwankungen als Chance
Langfristig kennen die Aktienkurse von Trendfolge-Unternehmen nur eine Richtung: nach oben.
Der langfristige Aufwärtstrend der Apple-Aktie

Der rote Pfeil zeigt Ihnen eine vereinfachte Trendlinie, die kontinuierlich nach oben gerichtet ist. Sie sehen aber auch, dass die Kurse mal über dieser Trendlinie verlaufen und mal darunter. Das sind die Kursschwankungen, die dem Trend jedoch keineswegs schaden. Die Kurse schwanken also um diese Trendlinie herum.
Wenn der Aktienkurs nach einem Hochlauf einen Rücksetzer macht, kommt es typischerweise zu einer Phase, die ich sinngemäß gerne als „Luftholen“ bezeichne. Eine Kursbewegung nach unten, die Sie jedoch nicht beunruhigen sollte. Denn im Regelfall erholen sich die Trendfolge-Aktien vergleichsweise schnell wieder. Sehr oft folgt auf eine solche Verschnaufpause sogar ein neues Allzeithoch.
Um Ihnen das noch etwas näher zu verdeutlichen, lassen Sie uns auf dasselbe Chartbild, jedoch mit anderen roten Pfeilen blicken. Die roten Pfeile zeigen Ihnen dabei, wie der Aktienkurs zunächst etwas nachgibt, nur um anschließend höher zu stehen als vorher.
Vom Rücksetzer zum Allzeithoch: Die Apple-Aktie im Aufwärtstrend

Das Chartbild zeigt, wie aus dem „Luftholen“ eines Aktienkurses das nächste Allzeithoch entstehen kann. Der Kurs der Apple-Aktie ist in den letzten zehn Jahren immer wieder einmal etwas zurückgegangen.
Als erfolgreiche Trendfolge-Aktie bedeutet dies jedoch üblicherweise nur eines:
Luft holen für den Anstieg.
Die roten Pfeile im Chart veranschaulichen, dass auf Rücksetzer regelmäßig neue Allzeithochs folgen.
Nach einem Rücksetzer der Aktie wird auch der Kauf von Optionsscheinen besonders interessant. Mit Optionsscheinen auf steigende Kurse unserer Trendfolge-Aktien profitieren die Leserinnen und Leser meiner Börsendienste regelmäßig von top Performances.
Durch den Hebeleffekt sind sogar Renditen im zwei- bis dreistelligen Bereich möglich, obwohl die Aktie nur einen Bruchteil der Performance in derselben Zeit gemacht hat. Steigt also der Aktienkurs, steigt der Wert des Optionsscheins noch deutlich stärker.