Das hier geht an alle Schnäppchenjäger
TJX Companies und die Psychologie der Schnäppchenjagd
Gehören Sie auch zu den Menschen, die ein breites Grinsen im Gesicht haben, wenn sie ein Designerstück zum Bruchteil des Originalpreises ergattert haben? Dann sind Sie in guter Gesellschaft! Denn die Lust am Sparen ist längst kein Nischenphänomen mehr, sondern ein globaler Lifestyle-Trend.
Wir alle kennen das vom „Black Friday“ oder vom „Prime Day“ unseres Trendfolgers Amazon. Und die älteren Semester unter Ihnen werden sich garantiert noch an den Winter- und Sommerschlussverkauf im Einzelhandel erinnern. Schon da galt das Prinzip: Kauf ist nicht bloß Konsum, sondern wird zum Erfolgserlebnis, wenn wir das Gefühl haben, einen außergewöhnlich günstigen Preis bezahlt zu haben.
Genau dieses Prinzip hat ein Unternehmen perfektioniert, das wir uns heute näher anschauen wollen: TJX Companies. Wenn Ihnen dieser Name auf Anhieb nichts sagt, dann aber sicher deren Flaggschiffe: TJ Maxx (in den USA) und TK Maxx (bei uns in Europa).
Zur Unternehmensgruppe gehören zudem Handelsmarken wie Marshalls, Winners und HomeGoods in den USA und Kanada oder HomeSense in Europa. Mit über 5.000 Filialen in neun Ländern ist TJX der weltweit führende Off-Price-Einzelhändler für Bekleidung und Wohnkultur.
Den Konzern, der im S&P 500 gelistet ist, möchte ich in diesem Blog-Beitrag mal etwas genauer unter die Lupe nehmen und Ihnen aufzeigen, warum das Modell „Off-Price“ auch dann funktioniert, wenn der klassische Einzelhandel schwächelt.
Ein zweifaches Jubiläum

2026 gibt es bei TJX Companies gleich zweimal Grund zum Feiern: Die Wurzeln des Mutterkonzerns reichen bis ins Jahr 1956 zurück. Damals wurde das Unternehmen gegründet, aus dem später TJX Companies hervorging. Der Konzern wird damit in diesem Jahr 70 Jahre alt. Die eigentliche Erfolgsgeschichte begann jedoch 1976 mit der Gründung von TJ Maxx, das demzufolge sein 50-jähriges Bestehen feiert.
Vielleicht fragen Sie sich, warum TJ Maxx bei uns unter TK Maxx firmiert? Die Antwort: Man wollte in Europa Verwechslungen mit der britischen Kette TJ Hughes vermeiden, die ähnliche Produkte anbot.
TJ Hughes existiert noch heute. Aber mit nur 16 Filialen in Großbritannien ist TJ Hughes kaum mehr vergleichbar mit TJX Companies – einem Handelsunternehmen, das sich von den bescheidenen Anfängen im US-Bundesstaat Massachusetts im Laufe der Jahrzehnte zu einem Giganten entwickelt hat, der heute im S&P 500 gelistet ist.
In Deutschland ist TK Maxx übrigens erst seit Oktober 2007 vertreten. Damals eröffnete die erste Filiale in Lübeck. Das bedeutet, wir dürfen uns im nächsten Jahr hierzulande auf einen weiteren runden Geburtstag freuen. Seit dem Markteintritt in Deutschland konnte TK Maxx ein permanentes Wachstum verzeichnen und verfügt inzwischen über knapp 200 Filialen in Deutschland.

Rekordumsatz und gute Aussichten
Das Jubiläumsjahr 2026 startete für TK Maxx mit einer Rekordmeldung. Im Februar wurde mit der Bekanntgabe der Geschäftszahlen 2025/26 (zum 31.01.) mitgeteilt, dass der Konzern erstmals über 60 Milliarden Dollar erwirtschaftet hat und die Profitabilität gesteigert werden konnte. Während Nordamerika stabil zulegte, trug insbesondere das internationale Geschäft mit TK Maxx in Europa zum Wachstum bei, hieß es in einer Pressemitteilung.
Ernie Herrman, CEO und Präsident von TJX Companies, kommentierte das Ergebnis wie folgt: „Das ganze Jahr über haben wir uns auf unsere Off-Price-Grundsätze konzentriert, um unseren Kunden jeden Tag ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, Marken und Mode sowie ein spannendes Einkaufserlebnis wie bei einer Schatzsuche zu bieten. (…) Langfristig freuen wir uns über die Chancen, die wir sehen, um unser Geschäft weiter auszubauen und in den kommenden Jahren weltweit weitere Marktanteile zu gewinnen.“
Seit Jahrzehnten geht es fast wie am Schnürchen nur aufwärts

Warum funktioniert das Modell so gut?
Im Rahmen meiner Strategie suche ich Unternehmen, die kontinuierlich wachsen, weil sie fundamentale Bedürfnisse bedienen. TJX Companies liefert hier mit Tochterunternehmen wie TJ Maxx, Marshalls oder HomeGoods ein Paradebeispiel.
TJX ist ein Off-Price-Retailer, was vereinfacht gesagt bedeutet, dass das Unternehmen Markenware günstiger einkauft als klassische Händler. Die Ware stammt häufig aus Überproduktionen, Restbeständen, Sortimentswechseln oder stornierten Bestellungen anderer Händler. Dadurch kann TJX in seinen Läden bekannte Marken deutlich unter den üblichen Verkaufspreisen anbieten.
„Big labels, small prices“ lautet der zu diesem Prinzip passende Werbeslogan, mit dem das Unternehmen wirbt.

Interessant ist dabei aber, dass der Konzern nicht einfach nur billig verkauft. Vielmehr hat er eine hochentwickelte Einkaufsorganisation aufgebaut. Tausende Einkäufer sind weltweit unterwegs und suchen ständig nach attraktiven Angeboten.
Während klassische Händler ihre Sortimente oft Monate im Voraus planen müssen, bleibt TJX bewusst flexibel. Das Unternehmen kann kurzfristig auf Marktchancen reagieren und interessante Ware schnell in die Filialen bringen.
Mehrmals wöchentlich treffen neue Warenlieferungen ein, sodass das Angebot stetig variiert. Weil die Produkte oft nur sehr kurze Zeit in den Regalen bleiben, wissen die Kunden: Wer heute nicht zugreift, könnte morgen leer ausgehen. Diese Mischung aus Flexibilität, Einkaufskompetenz und hoher Warenrotation macht TJX operativ stärker als viele traditionelle Einzelhändler.
Die Psychologie der Schatzsuche
Dabei hat der Konzern keinen Trend erfunden, er nutzt vielmehr einen bestehenden Trend besonders erfolgreich. Und dieser Trend lautet: Menschen möchten Markenprodukte kaufen – aber möglichst günstig.
Hinzu kommt aber auch noch eine psychologische Komponente. In seinem Statement zum Ergebnis des letzten Geschäftsjahres sprach der TJX-CEO auch von einer „Schatzsuche“. Was genau meint er damit?
Waren Sie schon einmal bei TK Maxx einkaufen? Falls ja, dann kennen Sie wahrscheinlich dieses Gefühl: Eigentlich wollten Sie nur kurz hineinschauen. Und plötzlich verlassen Sie den Laden mit einem Markenhemd, einer Designerhandtasche, einer Pfanne und vielleicht sogar einem Koffer – alles deutlich günstiger als erwartet.
Das Modell „Off-Price“ funktioniert nämlich auch deshalb so gut, weil die Schnäppchenjagd psychologisch ein Urbedürfnis befriedigt. Die erfolgreiche Jagd nach einem Schnäppchen aktiviert unser Belohnungssystem und schüttet Dopamin aus. Wer einen Deal findet, erlebt ein Gefühl von Kompetenz und Kontrolle. Man hat das „System verstanden“ und einen kleinen Sieg errungen. Deswegen spricht man im englischsprachigen Raum auch gerne von „Treasure Hunt Retail“ – also einer Schatzsuche im Einzelhandel. Die Kunden wissen nie genau, was sie erwartet. Und genau diese Ungewissheit macht den Reiz aus.

Auch Millionäre lieben Schnäppchen
Interessanterweise schließen sich Luxus und Schnäppchen keineswegs aus. Auch das hat TJX verstanden und spricht mit seinen Läden Kunden aus allen Schichten der Gesellschaft an.
Natürlich unterscheiden sich die Einkaufserlebnisse. In einer Luxusboutique stehen perfekte Präsentation, exklusive Atmosphäre und individueller Service im Mittelpunkt. Bei TK Maxx geht es oft deutlich turbulenter zu und eine angenehme Einkaufsatmosphäre steht hier definitiv nicht an erster Stelle.
In einem Artikel in der WELT aus 2024 wurde TK Maxx ziemlich zutreffend als „eines der absurdesten Geschäfte der modernen Bekleidungsindustrie in Deutschland“ bezeichnet.Die Regale sind voller Ware. Oft wirkt alles ein wenig chaotisch. Doch genau das gehört zum Konzept. Und erstaunlicherweise überschneiden sich die Zielgruppen durchaus. Denn auch vermögende Menschen lieben Schnäppchen. Im WELT-Artikel heißt es dementsprechend: „Luxus und Geiz kommen zusammen“.

Langfristiger Vermögensaufbau mit TJX Companies
Viele erfolgreiche Unternehmer und Millionäre achten sehr genau auf den Gegenwert ihres Geldes. Nicht wenige empfinden es sogar als besonders befriedigend, hochwertige Markenprodukte deutlich unter dem regulären Preis zu erwerben. Leider gibt’s da, wo ich lebe, keine Filiale von TK Maxx in der Nähe. Aber wenn sich bei einem Besuch in Deutschland oder Österreich die Gelegenheit ergibt, schaue ich gerne in den Läden vorbei. Und in den USA macht es mir einen riesengroßen Spaß, bei Marshalls, der nordamerikanischen Schwesterkette von TK Maxx, zu stöbern. Denn wenn man sich in den Läden aufhält, bekommt man ein noch besseres Verständnis dafür, warum TJX seit Jahrzehnten so erfolgreich ist.
TJX Companies beweist, dass man mit einem klaren Prozess und dem Fokus auf echte Kundenbedürfnisse über Jahrzehnte erfolgreich sein kann. Und genau wie in den Läden von TK Maxx & Co. gilt auch an der Börse manchmal das Motto: „If you love it, grab it!“.
Während meine Strategie grundsätzlich auf langfristigen Erfolg setzt, gibt es bei besonders starken Trends immer auch Momente, in denen man nicht länger auf Rücksetzer warten, sondern sofort zuschlagen sollte. Der angenehme Nebeneffekt: Das Geld, das Sie durch kluge Kaufentscheidungen sparen, können Sie – mit den Empfehlungen aus meinen Börsendiensten und den Optionsschein Paketen – direkt in Ihr Depot investieren. So wird aus dem Schnäppchen von heute ein Vermögensbaustein für morgen.
TJX Companies ist u.a. Teil meines Börsendienstes „Proffes Aktien Welt Depot“. Wenn Sie wissen wollen, welche Aktien außerdem Teil meines Börsendienstes sind, mit dem ich mehr als 20 % p.a. erziele, dann melden Sie sich jetzt gleich zum gratis Test an.