Wann Aktien kaufen? Gibt es den „richtigen“ Aktien Einstieg?

Sie kennen sicherlich die Diskussionen um den perfekten Einstieg in den Markt. Es sind im Grunde genommen immer die gleichen zwei Fragen: Wann ist der beste Aktien Einstieg und wann gehe ich wieder heraus?

Eigentlich ist die Antwort so einfach wie kurz. Ich steige unten ein und gehe oben wieder raus. Das ist zumindest das, was die meisten Anleger erwarten und wonach fast alle Trader streben.

Schauen wir uns doch das folgende Bild einmal an:

Wann Aktien kaufen / Aktien Einstieg

Vollkommen klar und einleuchtend, so wird es gemacht. Immer unten einsteigen und oben wieder aussteigen. Problem ist also gelöst – zumindest auf den ersten Blick.

Doch woher wissen wir so genau, wo oben und unten ist? Im Chart, den wir oben sehen, ist das natürlich kein Problem, aber was machen wir, wenn wir nicht, so wie oben, die Vergangenheit betrachten, sondern in der Gegenwart stehen und die Zukunft beurteilen wollen?

Also ungefähr so:

Chart 1

Nein, leider nicht, aber jetzt?

Chart 2

Leider wieder nicht, aber jetzt vielleicht?

Chart 4

Sie sehen, das ist eine ganz andere Perspektive. Im Nachhinein sind wir alle schlauer, aber was passiert, wenn wir tatsächlich in der Situation entscheiden müssen?

Wir bräuchten also zuverlässige Ein- und Aussteige für eine solche Vorgehensweise.

Dann kommt allerdings ein weiterer Aspekt hinzu, der von den meisten Investoren unterschätzt wird. Der Blick auf die Charts in der Vergangenheit zeigt uns den sehr einfachen Plan. Gut zu kalkulieren und offensichtlich eine gute Strategie.

Aber nun passiert etwas, was nicht kalkuliert werden kann.

Wie sagte ein Fußballtrainer einmal so schön: „Die Komplexität des Spiels nimmt dramatisch zu, mit dem Erscheinen des Gegners.“ Und so ist es beim Investieren mit dem Erscheinen der Emotionen.

Ich nehme den gleichen Chart von oben und trage anstatt der Ein- und Ausstiege die Emotionen ein.

Wann Aktien kaufen / Aktien Einstieg Chart 5

Und nun schauen Sie sich die Emotionen an, die zu den entsprechenden Börsenphasen passen. Und glauben Sie mir, genauso ist es.

Und das ist der Grund, warum die breite Masse exakt anders herum handelt, als sie es sich in dem ersten Bild ganz oben, so schön zurechtgelegt hat.

Wenn die Kurse fallen, dann brechen Panik und Angst aus, und wenn dann noch die richtigen Nachrichten dazu kommen, dann ist es vorbei mit dem günstigen Einkaufen. Dann ist jeder froh, wenn er noch rechtzeitig aus dem Markt kommt.

Und kein Mensch denkt daran, in diesem Moment günstig einzukaufen.

Ähnlich ist es mit der Situation oben, alle die, die ganz unten verkauft haben, scheuen erst einmal den Eintritt zurück in den Markt. Denn sie haben gerade ihre teuer erworbenen Aktien oder Optionsscheine zu einem Spottpreis verkauft. Und das revidiert man nicht so schnell.

Die Meinung ändert sich erst, wenn die Märkte hervorragend gelaufen sind, und erste Zweifel aufkommen, ob man da nicht etwas verpasst. Der Druck wird von Woche zu Woche größer, wenn die Märkte steigen. Und wenn der Druck am größten ist, dann steigen die Investoren wieder ein.

Und das ist ziemlich sicher an einem Hochpunkt. Also genau wieder falsch.

So ist die Realität. Sie steht in einem krassen Widerspruch zu dem, was sich der Investor oder Trader vornimmt.

Aber wie geht es nun richtig?

Wann Aktien kaufen?

Wie trifft man den richtigen Zeitpunkt für den Aktien Einstieg und Ausstieg?

Ich habe dazu eine ganz klare Meinung. Für mich gibt es keinen richtigen Aktien Einstieg oder Ausstieg. Für mich ist einfach nur wichtig, ob wir es mit einem guten Trendunternehmen zu tun haben.

Ich werde Ihnen an einem Chart zeigen, was ich damit meine:

Chart 6

Für mich sind das hervorragende Einstiege. Sie werden sich nun Fragen, wie kommt er darauf, die Aktie fällt danach doch dramatisch. Ich sage Ihnen, warum das für mich alles gute Einstiege sind.

Weil es die Adidas-Aktie ist. Und diese Aktie ist ein sehr starker Trendfolger. Und wenn Sie sich nun den ganzen Chart anschauen, sehen Sie, was ich meine:

Chart 7

Dem ist wenig hinzuzufügen. Alle drei Einstiege waren prima, die Aktie hat sich seitdem mehr als versechsfacht.

Aber“ werden Sie nun sagen, „ein Einstieg im Jahr 2009 wäre doch noch besser gewesen.“

Ja, das ist so, die Performance wäre dann noch besser. Ich sage ja auch nicht, dass man nicht unten einkaufen darf. Was ich sagen möchte ist, dass es nicht den perfekten Aktien Einstieg gibt, sondern nur die perfekten Aktien

UND

wenn Sie das so sehen, wie im letzten Chart gezeigt, dann haben sie zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Erstens, Sie sind bereit, jederzeit in den Markt einzusteigen und zweitens haben Sie keine Angst, wenn der Markt fällt.

Ganz im Gegenteil. Diese Sichtweise führt dazu, dass die Angst verschwindet und der Blick für die Chance in den Vordergrund tritt. Wenn Sie wissen, dass Sie in gute Aktien investieren, dann erkennen Sie, wenn diese günstig zu haben sind. Und haben keine Angst, wie weit es noch fallen könnte, denn das ist im Endeffekt egal.

Sie sehen also, der Markt schwankt hoch und runter, aber langfristig steigen die Trendaktien. Sie bewegen sich in einem Trendkanal nach oben, der je nach Aktie etwas breiter oder schmaler verlaufen kann.