Ein Preis entsteht – aber wie?

Ein Preis entsteht – aber wie?

Wir spüren es in unseren Portemonnaies. Die Preise in Deutschland steigen, alles wird teurer. Das, obwohl die Inflation im September 2023 auf den niedrigsten Stand seit Beginn des Ukraine-Kriegs fiel.

Aber sind Preisanstiege denn grundsätzlich negativ? Ich glaube: Nein.

Die Frage nach gut oder schlecht ist zunächst mal eine Frage der Perspektive. Generell ist der Preis einer Ware oder einer Dienstleistung, wird sie auf einem freien Markt durch Angebot und Nachfrage bestimmt, das, was sie wert ist. Da gibt es also erstmal kein gut oder schlecht.

Steigende Preise setzen positive Impulse. Nehmen wir hierzu als Beispiel den Benzinpreis. Die Verschmutzung der Umwelt durch die Abgase unserer Autos ist kaum zu bestreiten. Je teurer nun ein Liter Benzin wird, desto eher sind wir als Autofahrer dazu geneigt, über Alternativen nachzudenken. Dadurch entwickeln sich neue Technologien, wie wir es anhand des Elektro-Autos beispielsweise gesehen haben.

Ein Preis entsteht, aber wie genau macht er das?

Wie aber genau entsteht nun so ein Preis. Durch Angebot und Nachfrage, das hört man immer, wenn man diese Frage stellt, aber was genau bedeutet das?

Angenommen, wir haben ein Gut, welches von mehreren Anbietern angeboten wird. Nehmen wir an, es geht um Löffel. Dabei ist es wichtig, dass es sich um ein Gut handelt, das sich zur Bedürfnisbefriedigung eignet. Soll heißen, es muss zu etwas gut sein. Ich muss damit etwas bewirken können, was mir ein Bedürfnis ist.

Das ist bei unserem Löffel einfach. Jeder, der schon mal eine heiße Suppe vor sich stehen hatte, weiß, dass dann ein Löffel mehr als nützlich ist.

Das Gut muss darüber hinaus knapp sein. Das heißt, es darf nicht jederzeit und überall verfügbar sein. Ein Beispiel für ein nicht knappes Gut, ist die Luft die wir atmen. Das kann sich zwar in Zukunft ändern und wird in speziellen Fällen auch schon anders gehandhabt, aber für uns ist Luft erst einmal ein Beispiel für ein nicht knappes Gut, weil sie überall für uns in unbegrenztem Maße verfügbar ist.

Löffel sind knapp

Löffel hingegen sind knapp. Die gibt es nicht überall und so viel man will.

Als drittes und letztes Kriterium muss unser Gut Gegenstand eines Tausches sein. Sonst kann ebenfalls kein Preis entstehen. Denn hat man etwas, was zwar generell knapp ist, niemand möchte es aber haben, kann kein Preis entstehen.

In unserem Fall sind Löffel Gegenstand eines Tausches. Wir benötigen sie und wollen Sie gegen unser Geld eintauschen.

Der Preis eines Gutes ist der Tauschwert eines Gutes ausgedrückt in Geld.

Bevor wir uns nun über den Preis unseres Löffels Gedanken machen können, werfen wir einen Blick in die Produktionshalle des Löffelproduzenten Löffel-Müller.

Löffel-Müller produziert jeden Tag Löffel. Das Unternehmen hat dafür eine große Maschine. Sie wird mit Rohlingen bestückt und produziert daraus die Löffel.

Je höher der Preis für einen Löffel am Markt ist, desto größer ist die Menge, die Löffel-Müller bereit ist zu produzieren.

Genauso geht es auch den anderen Löffel-Herstellern in der Umgebung. Einige von ihnen sind nicht so effizient wie Löffel-Müller und so sind die Herstellungskosten bei diesen Produzenten etwas höher.

Je höher der Preis eines Löffels, desto mehr produzieren die Hersteller

Für den gesamten Markt gilt also, je höher der Preis eines Löffels, desto höher ist auch die Menge der Löffel, die von den Unternehmen insgesamt produziert und abgesetzt werden können.

Grafisch stellt sich das so dar:

Bei einem Preis von 15 € pro Löffel wären die Produzenten bereit, schon 150.000 Löffel zu produzieren (rote Linien). Hier kommen auch die Produzenten zum Zuge, die etwas teurer produzieren müssen und für Löffel Müller, würde es sich bei diesem Preis richtig lohnen, sehr viele Löffel zu produzieren und zu verkaufen.

Was kostet ein Löffel?

Klar, wenn es nach den Produzenten gehen würde, dann natürlich eher der rote Preis oder wahrscheinlich noch weiter oben angesiedelt.

Je höher der Preis, desto mehr verdienen die Produzenten je Löffel und damit auch insgesamt. Wir halten also fest, wenn es nach den Produzenten gehen würde, dann wäre der Preis möglichst hoch und sie würden dort sehr viele Löffel absetzen können.

Das ist wohl so, aber wären Sie bereit, für einen Löffel 15, 20 oder 30 Euro zu bezahlen? Eben, die meisten von Ihnen nicht. Klar, einige wenige ganz sicher.

Und deshalb steht der blauen Absatzlinie von oben, eine Nachfragelinie gegenüber. Wir betrachten uns also die Nachfrageseite. Also Sie als Kunden. Hier sieht die Geschichte logischerweise anders aus. Und zwar genau umgekehrt.

Wie oben schon festgestellt. Einige werden sicherlich bereit sein, 30 Euro für einen Löffel zu bezahlen, die meisten werden aber weniger bezahlen wollen. Das sieht dann grafisch so aus:

Wir sehen also, mit dem Modell ganz oben sind die Nachfrager, also Sie als Konsumenten, überhaupt nicht einverstanden.

Die Nachfrage würde bei einem Preis von 5 Euro bei ca. 160.000 Stück liegen. Bei einem Preis von 15 Euro könnten die Produzenten nur 60.000 Stück verkaufen.

Dieses Verhalten ist ja auch mehr als verständlich, genauso verständlich, wie es das Verhalten der Produzenten ist.

Wie geht es weiter?

Jetzt kommen wir zu dem Punkt, an dem man immer sagt, das regelt der Markt, obwohl keiner so genau weiß, was damit eigentlich gemeint ist. Sie wissen es gleich. Denn es entsteht am Markt genau dort ein Preis, wo die größtmögliche Menge umgesetzt wird. Und das ist genau dort, wo sich die beiden Kurven scheiden. Wir sehen das in der nächsten Grafik:

Wir sehen ganz deutlich, dass dort wo sich Angebot und Nachfrage treffen, (schwarze Linien) bei einem Preis von ca. 10,50 € eine Menge von etwas über 100.000 Löffel abgesetzt werden können.

Bei einem Preis darunter z.B. 6 € (orange Linien) wäre zwar die Nachfrage bereit mehr Löffel zu kaufen, die Produzenten wären für diesen Preis aber nicht bereit genug zu produzieren. Das Angebot würde nur etwas über 50.000 Löffel bereitstellen. Also könnten auch max. 50.000 Löffel verkauft werden.

Bei einem teureren Preis z.B. von 16 € (grüne Linien) wären zwar die Anbieter bereit mehr Löffel zu produzieren, aber die Nachfrage wäre nur bereit 50.000 Stück zu kaufen. Hier ist der Preis einfach zu hoch.

Also egal wie man den Preis verändern würde, ob hoch oder runter. Die Menge die verkauft würde ist immer kleiner als die Menge bei dem Preis bei dem sich Angebot und Nachfrage treffen. Diesen Preis nennt man Gleichgewichtspreis. Angebot und Nachfrage gleichen sich aus.

Dass keine höhere Menge erzielt werden kann, sehen Sie deutlich links an der vertikalen Achse. Der schwarze Strich über 100.000 Stück ist der höchste. Bei Preisen über oder unter dem Gleichgewichtspreis ist die Absatzmenge immer kleiner.

Die Preisbildung so wie wir sie hier beschrieben haben, findet auf einem Markt bei vollständiger Konkurrenz statt. Das heißt keiner der Marktteilnehmer hat die Marktmacht mit der er einen Preis bestimmt kann. Diese Preisfindung wird als der Regelfall betrachtet.

Trendfolgeexperte Michael Proffe
Seit über 30 Jahren hat sich Michael Proffe überaus erfolgreich der Trendfolge verschrieben. Manche bezeichnen ihn sogar als „Mr. Trendfolge“. Bundesweit bekannt – und darüber hinaus – wurde er, weil er es mit drei seiner Börsendienste geschafft habe, in einigen Jahren mit einem Startkapital von 30.000  die unglaubliche Summe von einer Million zu erwirtschaften – dank seiner Trendfolgestrategie.

Michael Proffe ist bekannt aus

Post von Proffe

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